22.1.2016

 

Presseinformation WORK4YOU

Don Bosco-Club startet neues, einmaliges Projekt in Köln:
Hilfe für orientierungslose Jugendliche - Neue Wege durch intensivpädagogisches Angebot

Tom ist 17 und lebt in Köln-Mülheim. Er hat keine eigene Wohnung und übernachtet oft bei seinem Freund Paul. Wenn er keine Schlafmöglichkeit findet, auch schon mal draußen. Nach mehreren Schulwechseln ist Schule für ihn kein Thema mehr. Er geht einfach nicht mehr hin. Mit seinen Eltern hat er den Kontakt abgebrochen. Wie er seine Zukunft gestalten will, weiß er nicht.

Der Don-Bosco-Club Köln startet nun am 31. Januar mit dem Don-Bosco-Fest ein neues Projekt (WORK4YOU) für Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 15 bis 25 Jahren in schwierigen Lebenslagen, die mit herkömmlichen Maßnahmen nicht mehr erreichbar sind. Dazu müssen die Jugendlichen intensiv gefördert und ihnen eine sinnstiftende Zukunftsperspektive aufgezeigt werden. Sie sollen lernen, selbst aktiv werden.

„Nach 5 Jahren Vorlauf und Planung beginnt dieses Pilotprojekt, das in Berlin unter dem Namen ‚Manege‘ bereits erfolgreich läuft und jetzt auch in Köln neue Chancen für orientierungslose Jugendliche eröffnen soll“, so Matthias Marienfeld, Leiter des Don Bosco Clubs. „Wir freuen uns, wenn wir neben unserem im Viertel bekannten Jugendzentrum für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 -15 Jahren nun ein spezielles Angebot für junge Heranwachsende in schweren Lebenslagen anbieten. Die finanziellen Mittel stammen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus dem Programm RESPEKT.“ Träger sind die Salesianer Don Boscos sowie die Kirchengemeinde St. Clemens und Mauritius.

Ein 17-köpfiges Team aus Sozialpädagogen, Erziehern und Anleitern betreut und unterstützt die Jugendlichen und holt sie zurück auf den Weg ins Leben: In Selbst- und Fremdachtung, in tragfähige und realistische Beziehungen und Lebensperspektiven, in Bildungsprozesse Maßnahmen der Arbeitsförderung, Ausbildung oder Arbeit.

Ein wesentlicher Baustein des intensivpädagogischen Angebots ist die 24-Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr. „Wir sind rund um die Uhr für die Jugendlichen da und stehen ihnen zur Seite“, erklärt Matthias Marienfeld, „denn das Leben mit seinen Problemen und die Suche nach Hilfe lässt sich nicht in Öffnungszeiten pressen.“

Dabei gilt es individuell auf jeden Jugendlichen einzugehen und zu erfahren, welche ersten Schritte eingeleitet werden müssen. Geht es um die Hilfe bei schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, um die Wohnsituation, Schule, Schulden oder andere Schwierigkeiten?

„Damit wir die Jugendlichen eine Tagesstruktur heranführen können, bieten wir ihnen täglich drei Mahlzeiten in unseren Räumlichkeiten an. Zwei Notschlafplätze sind eingerichtet und können bei Bedarf in Anspruch genommen werden“, so Matthias Marienfeld

WORK4YOU zeichnet sich dadurch aus, dass bestehende Strukturen im Viertel und darüber hinaus genutzt werden. „Wir wollen nicht das zehnte Bewerbungstraining anbieten, sondern das in Mülheim gut ausgestattete Netzwerk nutzen“, so Marienfeld. So bestehen bisher Kooperationsabsichten mit acht Partnern aus unterschiedlichen Bereichen. Für die praktischen Arbeiten in den Bereichen Holz, Haustechnik, Garten- und Landschaftsbau, Hauswirtschaft, Küche ist eine Zusammenarbeit mit den Berufsbildungswerken Köln in Vorbereitung. Neben dem Jobcenter Köln sind auch andere Institutionen wie die Bezirksjugendpflege Köln-Mülheim, Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg, Bürgeramt Köln, TAS Tages- und Abendschule Köln und CSH Christliche Sozialhilfe Köln mit dabei. Weitere Kooperationen sind angestrebt.

Die Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen mit erhöhtem Hilfebedarf erfolgt auf unterschiedlichen Wegen: Aus der Arbeit der offenen Tür des Don-Bosco-Clubs sind einige Jugendliche mit schwierigen Lebenslagen bekannt, die den Kontakt zum Club abgebrochen haben oder nur sporadisch in den Club kommen. Verschiedene Einrichtungen aus dem Viertel melden „Kandidaten“, die für WORK4YOU in Frage kommen. Mathias Marienfeld: „Hauptsächlich wollen wir Jugendliche durch die aufsuchende Arbeit unserer Pädagogen und Erzieher erreichen.“ Pro Jahr sollen bis zu 120 Jugendliche betreut werden.

Das Budget für das Projekt wurde für zwei Jahre bewilligt und enthält einen nicht unwesentlichen Eigenanteil, den der Don-Bosco-Club u.a. durch Spenden tragen muss. Ein wichtiger Sponsor ist der Lions-Club, der auch die Vorlaufkosten für das WORK4YOU-Projekt in Höhe von 40.000 € in den letzten beiden Jahren getragen hat und auch für 2016 wieder seine Unterstützung zugesagt hat.
Weitere Sponsoren werden für dieses richtungsweisende Projekt gesucht, damit der Eigenanteil gestemmt werden kann.

WORK4YOU wird gefördert von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Es wird im Rahmen des Pilotprogramms RESPEKT durchgeführt. Zuwendungen werden Trägern für Projekte gewährt, die mit Hilfe zusätzlicher Betreuungs- und Unterstützungsleistungen für die Zielgruppe die Eingliederung in Bildungsprozesse, Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, Ausbildung oder Arbeit erleichtern und den Übergang in den weiteren Entwicklungsprozess durch eine kontinuierliche und verlässliche Begleitung und Unterstützung sicherstellen.

Der Don-Bosco-Club ist eine katholische Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit und besteht in Köln-Mülheim seit 49 Jahren. Hier erhalten Kinder und Jugendliche neben einer Betreuung, regelmäßige Mittagsmahlzeiten, Hausaufgabenhilfe und in ihrer Freizeit wertvollen Erfahrungs-, Begegnungs-, Spiel- und Experimentierraum. Junge Menschen beim Übergang von Schule zur Arbeitswelt finden im Geiste Don-Boscos Unterstützung und Förderung durch sozialpädagogische Hilfen in ihrer sozialen und beruflichen Integration.

Kontakt:
Matthias Marienfeld,
Tiefentalstr. 38,
51063 Köln
Tel: 0221-64708-55

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